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1. Was bedeutet Wochenbett?

Das Wochenbett ist die erste Zeit nach der Geburt eines Kindes. In verschiedenen Kulturen dauert es unterschiedlich lange und wird auch verschieden gestaltet. Immer ist es jedoch eine Zeit der Ruhe und Erholung für die Mutter und des Kennenlernen und Einstimmen auf die neue Situation der Familie.

Hier in der Schweiz sind mit dem Wochenbett die ersten 56 Tage nach der Geburt eines Kindes gemeint. In dieser Zeit geschehen unter anderem grosse körperliche  Veränderungen, sowohl bei der Mutter, als auch beim Neugeborenen. Es ist eine wichtige zeit, die den Start als Familie stark prägen kann. Die ersten 3 bis 4 Tage nach der Geburt im Geburtshaus oder im Spital verbringen Mutter und Kind nach Wunsch noch dort, danach oder bei ambulanter Geburt frühestens ab 6 Stunden nach der Geburt wird die Familie von einer Hebamme zuhause begleitet. 

In den ersten 8 Wochen nach der Geburt besucht die Hebamme die Familie in regelmässigen Abständen, um den Zustand von Mutter und Kind zu beobachten und die Prozesse des Wochenbetts, resp. der Neugeborenenzeit individuell und nach Bedarf zu unterstützen. Nach der Geburt des ersten Kindes, nach einem Kaiserschnitt, nach einer Zwillingsgeburt oder nach der Geburt eines frühgeborenen Kindes sind maximal 16 Besuche aus der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt, nach Geburten von weiteren Kindern maximal 10 Besuche. Oft werden nicht alle möglichen Besuche benötigt. Die Besuche werden individuell vereinbart und dauern ca. eine Stunde.

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2. Kann ich auch eine Hebammenbetreuung zu Hause haben, nachdem ich bereits einige Tage im Spital verbracht habe?

Ja. Auch dann ist es wichtig von einer Hebamme betreut zu werden. Oft findet der  Spitalaustritt genau in der schwierigen Zeit der vermehrten Milchbildung statt. Allfällige Verletzungen sind noch nicht verheilt und die hormonelle Umstellung  ist in vollem Gange. Auch entstehen zu Hause oft noch viele Unsicherheiten und Fragen. All diese Bedürfnisse können durch eine Hebammenbetreuung abgedeckt werden. Die Hausbesuche der Hebamme sind bis zum 56. Tag nach der Geburt von der Krankenkasse aus der Grundversicherung bezahlt. Sie werden durchgeführt, solange sie nötig und sinnvoll sind. Die Hebamme soll bereits in der Schwangerschaft kontaktiert werden, damit sie sich rechtzeitig Kapazität freihalten kann für die Betreuung einer Familie.

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3. Was ist ein ambulantes Wochenbett?

Die Geburt findet in einem Geburtshaus oder im Spital statt. Die Familie kehrt frühestens 6 Stunden nach der Geburt wieder nach Hause zurück und wird dort während 56 Tagen von einer Hebamme regelmässig besucht und begleitet. Diese kann alle nötigen Ueberwachungen und Untersuchungen bei der Mutter und dem Neugeborenen durchführen und die Familie in der Säuglingspflege anleiten. Sie unterstützt die Mutter beim Stillen, informiert und beratet sie in allen Fragen rund ums Mutter sein. Sie hilft der Mutter, die erlebte Geburt zu verarbeiten und sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Sie unterstützt auch die älteren Geschwister, ihre Rolle in der neuen Konstellation wieder zu finden. 

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4. Muss ich ein ambulantes Wochenbett speziell planen?

Es ist immer sinnvoll, die Wochenbettzeit zu planen. Wichtig ist es, genügend Unterstützung zu organisieren, damit sich Mutter und Kind wirklich ausruhen und entspannen können. Mit älteren Kindern  ist es ebenfalls wichtig, genügend Zeit zu haben, um sie im Zurechtfinden in der neuen Familiensituation unterstützen zu können. Der Vater sollte nicht für Haushalt UND ältere Kinder alleine zuständig sein. Es ist sinnvoll, Unterstützung in Haushalt und Kochen zu organisieren, damit der Vater wirklich Zeit hat für die Kinder, seine Partnerin und auch das Neugeborene. Das Dosieren der Besuche und Anrufe kann unnötigen Stress vermeiden, deshalb gut überlegen, wann die Geburtsanzeigen wirklich verschickt werden sollen.

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5. Was ist der Unterschied zwischen dem Wochenbett im Geburtshaus und dem Wochenbett im Spital?

Verglichen zum Spital bietet das Wochenbett im Geburtshaus vor allem mehr Ruhe und individuelle Betreuung. Die Zimmer werden nicht von mehreren Frauen und Neugeborenen geteilt. Die betreuenden Hebammen haben die Familien bereits in der Schwangerschaft und während der Geburt begleitet und können so viel besser individuelle Unterstützung bieten, zum Beispiel beim Verarbeiten der Geburt. Ausserdem werden die Mütter und ihre Familien mit wöchnerinnengerechtem Essen, das frisch und liebevoll zubereitet wird verwöhnt.

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6. Muss ich zusätzlich zur Hebamme noch eine Stillberaterin organisieren?

Nein. Die Hebamme ist ebenfalls erfahrene Fachfrau fürs Stillen und kann die Mutter und das Neugeborene entsprechend anleiten und unterstützen. Sie arbeitet mit Stillberaterinnen zusammen, zieht diese bei Bedarf bei oder weist die Mutter an sie weiter. Auch nach der Wochenbettzeit kann sowohl die Hebamme, wie auch die Stillberaterin beigezogen werden. In beiden Fällen werden pro Kind 3 Stillberatungen  aus der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt.

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7. Werde ich von der Hebamme und der Mütter-/Väterberaterin gleichzeitig betreut?

Die Betreuung der Hebamme findet während den ersten 56 Tagen nach der Geburt des Kindes statt. Danach ist die Mütter/Väter-beraterin die Ansprechperson für allfällige Fragen und Probleme. In speziellen Situationen kann eine überschneidende Betreuung sinnvoll sein. Sie wird nach Bedarf und in gegenseitiger Absprache durch die Hebamme organisiert.

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