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1. Wie ist es mit der Sicherheit bei der Hausgeburt oder der Geburt in einem Geburtshaus? Ist das nicht ein hohes Risiko?

Zum Thema Sicherheit von Hausgeburten ist im Jahr 1993 in der Schweiz eine Nationalfondstudie durchgeführt worden. Sie hat belegt, dass das Risiko für Mutter und Kind bei der Hausgeburt gleich niedrig ist wie bei der Spitalgeburt. Neuere und grössere Studien aus den USA belegen dieses Ergebnis ebenfalls. Weitere Informationen zu der Nationalfondstudie können beim Schweizerischen Hebammenverband bezogen werden. Die Sicherheit von Mutter und Kind ist bei jeder Geburt an erster Stelle. Sicherheit wächst aus Vertrauen (in sich selbst, seinen Körper, sein ungeborenes Kind, seine Begleitpersonen wie Partner, Hebamme, AerztIn) und aus Geborgenheit. Haus- und Geburtshausgeburten erfordern komplikationslose Voraussetzungen der Schwangerschaft. Die erfahrene Hebamme beobachtet und kontrolliert den Zustand von Mutter und Kind regelmässig, erkennt allfällige Abweichungen eines „normalen“ Verlaufes frühzeitig und reagiert angemessen. Um für unvorhergesehene Situationen gewappnet zu sein, wird zur Geburt des Kindes eine 2. Hebamme dazugerufen. Die gute Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen, insbesondere AerztInnen und Spitälern der Region unterstützt die Sicherheit ebenfalls.

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2. Was ist ein Geburtshaus?

Ein Geburtshaus ist eine von erfahrenen Hebammen geführte Geburtsstätte und bietet eine zusätzliche Alternative zur Hausgeburt und Spitalgeburt. Die Geburt im Geburtshaus entspricht in vielem der Hausgeburt und erfordert ähnliche Voraussetzungen. Die Frauen und Familien werden von einem Hebammenteam während der Schwangerschaft und der Geburt betreut und können auch die ersten Wochenbetttage dort verbringen.(siehe auch Link dieser Homepage) Auch dort sind die Hebammenleistungen aus der Grundversicherung bezahlt, Kost und Logis der Wöchnerin je nach Geburtshaus aus Grund- oder Zusatzversicherung.

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3. Was ist eine ambulante Geburt?

Eine ambulante Geburt findet im Geburtshaus oder im Spital statt. Frühestens 4 - 6 Stunden nach der Geburt kann die Mutter mit dem Neugeborenen nach Hause zurückkehren. Dort wird die Familie von der frei praktizierenden Hebamme betreut, die sie täglich besucht. Das Wochenbett findet in der vertrauten Umgebung statt und die Betreuung der Hebamme ist den individuellen Bedürfnissen angepasst. Sie umfasst auch die nötigen Kontrollen bei Mutter und Kind, unterstützt das Kennen lernen des Neugeborenen und das Stillen. Bei Bedarf zieht die Hebamme andere Fachpersonen bei. Die Betreuung während 56 Wochenbetttagen nach der Geburt ist aus der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt. 

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4. Kann ich auch daheim eine Wassergeburt machen?

Ja. Es gibt verschiedene portable Gebärpools, die für die Geburt gemietet werden können.(siehe auch eigenes Angebot dieser Homepage) Sie sind gross, stabil und komfortabel. Die Kosten werden teilweise aus der Zusatzversicherung der Krankenkasse übernommen.

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5. Können ältere Geschwister bei der Geburt des Kindes anwesend sein?

Grundsätzlich können ältere Geschwister bei der Geburt dabei sein. Wichtig ist es, das Kind dem Alter entsprechend auf die Geburt vorzubereiten und ihm die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, wann es dabei sein oder weggehen will. Dazu braucht es eine Vertrauensperson, die während der Geburt nur für das ältere Kind da ist. Ausserdem ist es für die Mutter wichtig, sich vorher zu überlegen, ob sie sich in Anwesenheit des älteren Kindes ganz aufs Gebären einlassen kann. Bei Spitalgeburten müssen die zuständigen Hebammen und AerztInnen angefragt werden.

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6. Kann meine Hebamme jederzeit kommen, wenn die Geburt beginnt?

Die Hebamme, die für eine Hausgeburt im Bereitschaftsdienst steht, ist jederzeit erreichbar. Für Abwesenheiten oder im Falle von zwei gleichzeitigen Geburten organisiert sie eine Vertretung, die nach Wunsch vorher kennengelernt werden kann. Wenn eine Hebamme an verschiedenen Arbeitsorten tätig ist, arbeitet sie mit Hebammenkolleginnen zusammen. Diese vertreten und unterstützen sich gegenseitig bei Bedarf.

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7. Macht die Hebamme Dammschnitte während der Geburt? Und müsste ich zum Nähen eines solchen ins Spital?

Die Hebamme macht nur dann einen Dammschnitt, wenn es wirklich nötig ist, um die Sicherheit des Kindes zu gewährleisten. Die Dammschnittrate bei Haus- und Geburtshausgeburten ist extrem niedrig. Falls der Damm bei der Geburt durch einen Dammschnitt oder –Riss verletzt wird, kann die Hebamme diesen nach der Geburt zu Hause nähen. Sie ist dazu ausgebildet und berechtigt.

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8. Was passiert, wenn plötzlich ein Problem auftritt während der Hausgeburt?

Die Hebamme erkennt Abweichungen des normalen Geburtsverlaufes rechtzeitig, hat die nötigen medizinischen Mittel bei sich und kann so gezielt und kompetent reagieren, wenn es nötig ist. Bei auftretenden Problemen verlegt sie die Frau und/oder das Kind ins nahe Spital, natürlich immer in Absprache mit dem Paar und in Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen und Institutionen.

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9. Was habe ich zu Hause für Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung?

Da gibt es auch zu Hause viele Möglichkeiten. In erster Linie  wirkt sich die vertraute Atmosphäre und die kontinuierliche persönliche Betreuung der Hebamme und des Partners sehr positiv auf das Schmerzempfinden der Gebärenden aus. Die Frau selbst ist durch ihre körpereigenen Hormone praktisch mit natürlichen "Schmerzmitteln" ausgestattet, deren Bildung durch liebevolle Begleitung unterstütz werden kann. Durch Atmung, Bewegung und Entspannung hat sie sehr gute Möglichkeiten, sich selbst und dem Kind zu helfen, möglichst gut durch die Zeit der Wehentätigkeit zu kommen. Sie kann ausserdem unterstützt werden durch gezielte Massage, Anwendungen von Wärme, Entspannungsbad, Aromatherapie, homöopatische Mittel, Akupunktmassage und Akupunktur sowie durch gezielte Gaben von ausgewählten schulmedizinischen Mitteln, die keine intensivere medizinische Überwachung von Mutter und/oder Kind erfordern.

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10. Wann müsste ich mich für eine Hausgeburt entscheiden?

Es ist sinnvoll, sich spätestens zu Beginn des letzten Drittels der Schwangerschaft, also ca. 3 Monate vor dem errechneten Geburtstermin mit der Hebamme in Verbindung zu setzen, um genügend Zeit zu haben, sich umfassend zu informieren, gegenseitig kennenzulernen und entsprechende Vorbereitungen zu planen. Am besten wird die Hebamme bereits zu Beginn der Schwangerschaft kontaktiert, denn so kann sie die werdende Mutter und ihre Familie während des ganzen Prozesses optimal begleiten.

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11. Kann ich in jedem Fall eine Hausgeburt planen?

Um die Sicherheit von Mutter und Kind zu gewährleisten, ist es wichtig, spezielle Risiken auszuschliessen. Darum ist eine Hausgeburt nur sinnvoll, wenn einer natürlichen Geburt vorher nichts entgegensteht. Steissgeburten, Zwillingsgeburten, Frühgeburten und Geburten bei vorbestehenden Krankheiten gehören deshalb ins Spital und können nicht zu Hause durchgeführt werden. In der Betreuung dieser speziellen Geburten bestehen grosse Unterschiede zwischen verschiedenen Fachleuten und Institutionen. Es lohnt sich deshalb, sich gut über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren und gegebenenfalls auch eine Zweitmeinung einzuholen. Wenn Sie bei einer früheren Geburt einen Kaiserschnitt benötigt haben, dann sprechen Sie mit Hebammen und/oder ÄrztInnen darüber, welche Möglichkeiten Ihnen für die Folgegeburt offen stehen und zu welchen Bedingungen. Besuchen Sie Informationsveranstaltungen verschiedener Geburtshäuser und Spitäler, damit Sie herausfinden können, wo Sie sich persönlich am wohlsten fühlen und den für Sie geeigneten Geburtsort Ihres Kindes wählen können. 

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